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Was ist Liebe?

Ein Gefühl? Eine Ahnung? Ein Hauch von Verzweiflung? Pragmatisches Vorgehen? Verdrängen der Einsamkeit? Logik? Bauchgefühl? Braucht Liebe Zeit oder merkt man das sofort? Gewöhnungssache? Mehr Vorteile als Nachteile? Ratio- oder emotional? Ein schlechtes Gewissen? Immer, immer nur der Zweifel? Liebe ist nicht...

Liebe bist du.
2.7.06 21:16


Und wo bleibt das Positive, Herr Kästner?

Und immer wieder schickt ihr mir Briefe,
in denen ihr, dick unterstrichen, schreibt:
"Herr Kästner, wo bleibt das Positive?"
Ja, weiß der Teufel, wo das bleibt.

Noch immer räumt ihr dem Guten und Schönen
den leeren Platz überm Sofa ein.
Ihr wollt euch noch immer nicht dran gewöhnen,
gescheit und trotzdem tapfer zu sein.

Ihr braucht schon wieder mal Vaseline,
mit der ihr das trockene Brot beschmiert.
Ihr sagt schon wieder, mit gläubiger Miene:
"Der siebente Himmel wird frisch tapeziert!"
Ihr streut euch Zucker über die Schmerzen
und denkt, unter Zucker verschwänden sie.
Ihr baut schon wieder Balkons vor die Herzen
und nehmt die strampelnde Seele aufs Knie.

Die Spezies Mensch ging aus dem Leime
und mit ihr Haus und Staat und Welt.
Ihr wünscht, daß ich's hübsch zusammenreime,
und denkt, daß es dann zusammenhält?

Ich will nicht schwindeln. Ich werde nicht schwindeln.
Die Zeit ist schwarz, ich mach euch nichts weis.
Es gibt genug Lieferanten von Windeln.
Und manche liefern zum Selbstkostenpreis.

Habt Sonne in sämtlichen Körperteilen
und wickelt die Sorgen in Seidenpapier!
Doch tut es rasch. Ihr müßt euch beeilen.
Sonst werden die Sorgen größer als ihr.

Die Zeit liegt im Sterben. Bald wird sie begraben.
Im Osten zimmern sie schon den Sarg.
Ihr möchtet gern euren Spaß dran haben?
Ein Friedhof ist kein Lunapark.

Erich Kästner
4.7.06 02:25


wir werden sehen

eine stunde oder zwei
zweieinhalb vielleicht drei
weck mich nicht wenn du kommst
geh einfach vorbei
wir werden sehen ob das warten sich lohnt

ich bin noch da wo ich schon war
ich sitz und warte aufs nächstes jahr
und dann wird alles gut
sogar die gegenwart
wir werden sehen ob das warten sich lohnt

wir werden sehen ob das warten sich lohnt
und ich warte und warte und warte und warte
und irgendwann bin ich tot

meine zeit liegt totgeschlagen
von früh morgens bis zum abend
und das grab
ist mein tag

ich wart seit jahren auf eine antwort
ich wart seit jahren auf ein wort von euch
das mir erklärt warum ich sitz und warte
Worauf wartet ihr?

Fink
7.7.06 00:17


Strobohobo

Das hier fällt dann wohl unter die Kategorie "Experimente". Ich habe mal wahllos einige Begriffe aus dem Song "Strobohobo" zu erklären versucht, um das Blumfeld-Universum mal ein bißchen zu beleuchten.
Viele Erklärungen stammen aus Wikipedia (deutsch und englisch), andere sind dagegen nicht mal Erklärungen, sondern eher Assoziationen und eigene Bemerkungen. Eine Intepretation des gesamten Songs finde ich ziemlich schwierig, da kaum eine Aussage vorhanden ist (meine Meinung), außer der des "Wir definieren uns durch das, was wir sehen/hören/fühlen und mögen". Wo steht man, was beeinflusst eigentlich die eigene Welt und durch was wird man unbewusst geprägt, auch wenn es nur Schwachsinn ist. Die Definition und Standortanalyse durch das Fremde.
Letztendlich ist es vielleicht auch nur Spaß an der Zitierfreude und dem Schreiben von albernen Texten. Die Erklärungen selbst sind auch ein wenig durcheinander und ungeordnet, aber was solls.

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7.7.06 01:11


Das Geschenk meines Lebens

Eine Betonstraße. Kein Wölkchen am Himmel. Alles ist ruhig, bis ein leises Summen immer lauter wird und zu einem Geklapper und Stimmengewirr anschwellt. Erste Punkte am Himmel, vielleicht in 10 Kilometer Höhe, die sinken und immer größer und größer werden. Es klingt wie Porzellan bei einem Erdbeben, doch der Boden ist so ruhig wie immer. Umrisse am Himmel werden deutlich:
Tausende. Auch Tierstimmen. Keinerlei Panik in diesen Lauten, vielleicht nur ein Erstaunen. Es rumort. Ich stehe noch immer auf der Straße und blicke in die Höhe. Was ist das dort oben? Noch ein paar Meter, dann kann ich es sehen. Tische, Möbelstücke. Hunde, Katzen. Eine Frau mit einem Schirm. Geschirr, Gartengeräte, Fahrstühle, Vögel, Kühe. In der Menge: Ein Elefant.
Und alles so langsam, nichts fällt, alles segelt langsam dem Erdboden zu, wie angezogen von einem müden Magneteten. Kinderlachen in der Höhe: Ein Klavier, ein Luftballon, Bücher, Bettwäsche, sogar Autos. Und alles vermischt und vermengt sich zu einem Gewirr aus Dingen und Menschen. Alles stößt, klappert, knallt, berührt und betastet das Andere. Ein gelber Vogel landet auf dem Tisch, der Hund wird in die Bettdecke verwickelt. Das Geschirr knallt gegen die Fensterscheiben des Autos, die Bücher stapeln sich auf dem Klavier. Die Kinder halten sich an den Luftballons fest. Vor meinen Augen wird die Sonne verdeckt. Immer mehr Schatten verbreitet sich auf dem Boden, bald kann man nur noch Reste des blauen Himmels sehen. Aber das war es noch nicht: Menschentrauben erscheinen am Himmel, ganze Häuse segeln hinab. Boote, Giraffen, Busse, Flutlichtmasten und immer wieder Menschen: Krankenschwestern, Polizisten, Geschäftsleute, Lehrer, Bäcker, Leibwächter, Arbeiter, Pizzabäcker, Stewardessen, Soldaten, Musiker, Ärzte, Redakteure, Verkäuferinnen, Architekten, Psychologen, Bademeister. Dieses Murmeln in der Luft...
Ich laufe lachend die Straße entlang, während hinter mir alles niedersegelt. Ich laufe und laufe, bis nichts mehr über mir ist und sehe diesem wunderbaren Chaos zu. Meine Hände forme ich zu einem Trichter und richte sie gen Himmel: "Was soll das, Gott? Was soll das?" rufe ich und ich kann mein Lächeln nicht verbergen. Dann setze ich mich auf die Straße. Da ist ein Schattenfleck vor mir auf dem Beton, der hin- und herfliegt, so als wolle er sich meinen Blicken entziehen. Ich blicke nach oben und erkenne etwas Weißes:
Ein Zettel landet auf meinem Schoß, ich öffne langsam das gefaltete Papier: "Der Tag ist gekommen," steht in Großbuchstaben dort, "es ist soweit.
11.7.06 19:13


Es braucht keinen Mord für ein Ende, nichtmal einen Selbstmord. Es braucht kein Massaker, und schon gar keine Orgie. Ich habe weder Blut an meinen Händen, noch irgendwo Spermareste. Manchmal reicht es, einfach dazustehen und nicht mehr zu wissen, warum man hierher gekommen ist. Ich rede nicht von einer Amnesie, das Leben ist kein Film. Ich weiß genau, wie ich hierher gekommen bin. Seit meiner Ankunft in dieser Stadt kann ich mich an jedes Detail erinnern, es ist nicht das "Wie", es ist das "Warum".
17.7.06 12:14


18.7.06 19:30


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